Eine neue Weltordnung

Eine neue Weltordnung (NWO) ist unerlässlich, um eine bessere Welt zu schaffen. Ich habe den Begriff der neuen Weltordnung bewusst gewählt, da er oft Gegenstand von Verschwörungstheorien ist aber gleichzeitig zum Ausdruck bringt, was sich ändern muss: die GESAMTE Welt. Das Ziel dieser NWO soll es sein, eine gerechte Welt mit gleichberechtigten Individuen zu schaffen. Sie basiert auf folgenden Punkten:

Proudhon – Eigentum ist (noch immer) Diebstahl

In seinem Werk „Was ist das Eigentum?“ beweist Proudhon, dass Eigentum unmöglich ist. Wenn jemand ein Stück Grund und Boden einzäunt, so beraubt er einen anderen Menschen, da dieser nicht mehr die Möglichkeit, dies ebenfalls zu tun. Ebenso verhält es sich mit natürlichen Ressourcen – diese werden von der Natur bereit gestellt und entstammen nicht der Arbeit eines Einzelnen; wie können diese Ressourcen demnach Eigentum eines einzigen Menschen sein? Apropos Eigentum durch Arbeit: Insbesondere im hochindustriellen 21. Jahrhundert ist es so, dass kein Produkt aus der Arbeit eines Einzigen entstammt, sondern diese Produkte entstehen durch die Arbeit eines Kollektivs. Dennoch besitzen nur wenige Menschen (Eigentümer von Konzernen) diese Produkte. Außerdem sollte folgendes beachtet werden: Wir sind heute so hoch spezialisiert, dass keiner mehr alleine alle lebensnotwendigen Produkte herstellen könnte. Es braucht einen Architekten, einen Maurer, einen Koch, einen Bauer, einen Fabrikarbeiter, einen Techniker etc., unser Leben ist nur durch eine kollektive Arbeit möglich. Deshalb ist Eigentum auch im 21. Jahrhundert unmöglich.

Bakunin und Säkularismus

Nach Bakunin ist Gott lediglich ein Produkt, dass vom Menschen erschaffen wurde und bei der Entwicklung der Menschheit half, nun aber überwunden werden muss. Denn dieser Gott macht die Menschen schlussendlich zu Sklaven. Das Ziel im 21. Jahrhundert sollte sein, die Trennung von Staat und Kirche endlich global durchzusetzen. Es sollte nicht darum gehen, Religion komplett abzuschaffen – Religion ist Privatsache; und als solche kann sie weiter existieren. In Politik und öffentlichen Angelegenheiten haben religiöse Ansprüche allerdings nichts zu suchen. Herrscht eine Religion vor, werden unumgänglich andere benachteiligt. Daher müssen alle Privilegien für Religionen abgeschafft werden, sie muss zur Privatsache reduziert werden.

Die Ideen Kropotkins im 21. Jahrhundert

Kropotkins Anarchokommunismus bleibt auch weiterhin aktuell. Der Grundsatz, jeder solle nach seinen Fähigkeiten arbeiten und jeder solle nach seinen Bedürfnissen entlohnt werden, sollte weiterhin Gültigkeit behalten. In der heutigen hochindustriellen Zeit ist es kein Problem mehr, massenhaft Produkte zu erschaffen und jeden zu befriedigen. Insbesondere die Erfüllung der Grundbedürfnisse nach Wohnung und Nahrung ist bei entsprechender Umverteilung für jeden Menschen zu befriedigen. Natürlich gibt es Grenzen, nicht jeder Mensch kann z.B. einen Flughafen besitzen. Allerdings ist es die Pflicht derer, die z.B. einen Flughafen besitzen, diesen für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Das Prinzip der Gegenseitigkeit (Reziprozität) muss auch im 21. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielen.

Antinationalismus statt Nationalismus

In unserer heutigen globalisierten Welt wird es Zeit, dass wir uns von einem starren Nationalismus verabschieden. Es gibt kaum eine Nation, welche vollkommen autark existieren kann, gleichzeit ist es unmöglich, Gerechtigkeit nur national durchzusetzen, da dies immer andere Menschen benachteiligen würde. Es heißt nicht, dass wir spezifische Bräuche oder die verschiedenen Sprachen aufgeben sollen, diese definieren die Individuen, doch müssen wir uns als Teil einer Weltbevölkerung begreifen. Wir müssen Staat und Nation strikt voneinander trennen.

Ein neuer Völkerbund

Die UNO hat versagt. Sie ist zu einer Diktatur der Veto-Mächte verkommen. Doch ein richtiger Internationalismus ist nur mit einer völkervereinenden Organisation möglich.. Die Abschaffung der Veto-Mächte ist essentiell, um die Macht der modernen Imperien (USA, Russland etc.) zu brechen. Die Grundlage dieses Völkerbundes sollen die Forderungen der französischen Revolution sein: Freiheit (Souveränität) + Gleichheit (Gleichberechtigung aller Völker und Bürger) + Brüderlichkeit (Friede); kurz gesagt: die Menschenrechte. Die Menschenrechte (Recht auf Leben und Freiheit und Gleichberechtigung) sollen über der Souveränität der Staaten stehen. Eine Intervention ist gerechtfertigt, wenn ein Staat, eine Nation, gegen diese Rechte verstößt.

Einflüsse aus dem Posthumanismus

Der Posthumanismus versucht den Humanismus (und damit den Menschen) zu überwinden. Der Mensch ist nichts besonderes, sondern nur ein Tier (siehe „Der Mensch als Tier – LaVey lässt grüßen“). Es gilt, eine neue Ethik für Tier, Pflanzen, Umwelt und auch für künstliche Intelligenz (KI) zu entwickeln. Spinoza´s Pantheismus lehrt uns, dass alle existierenden Dinge zusammenhängen, dass sie den gleichen Ursprung haben. Solche Verbindungen sind auch aus der Quantenphysik bekannt. Daher sollten alle existierenden Dinge fair und mit Respekt behandelt werden. Spinoza lehrt uns zudem eine Ethik der Vernunft; vernünftig ist, was nützlich ist. Diese Vernunft muss allerdings auf die Gemeinschaft bezogen werden – Unvernünftig ist, was der Gemeinschaft schadet. Postgender ist ebenso ein wichtiger Faktor; Geschlechterunterschiede müssen ignoriert werden.

Der Mensch als Tier – LaVey lässt grüßen

Der Mensch ist nichts weiter als ein Tier – dies ist eine der Aussagen, die LaVey in der satanischen Bibel aufstellte. Auch im Posthumanismus wird diese Position vertreten. Kant wandte jedoch ein, dass sich der Mensch durch die Vernunft vom Tier unterscheide. Es wäre sicher falsch, das Leben auf die Erfüllung von tierischen Trieben zu reduzieren; selbst einige luziferianistische Strömungen des Satanismus werfen ein, dass auch die Erfüllung geistiger (spiritueller) Triebe (das Streben nach Wissen) wichtig ist, der den Menschen schließlich doch vom Tier unterscheidet. Dennoch können wir von LaVey sowie vom Posthumanismus lernen, dass der Mensch nicht so besonders ist, wie er vielleicht denkt. Daraus ergibt sich auch, dass über Tierrechte diskutiert werden muss. Auch sollte die Erfüllung tierischer Triebe in unserer Gesellschaft nicht mehr mit einem Tabu belegt sein.

Der Mensch als Maschine – Cyborgs und eine neue Ethik

Wie bereits erwähnt, muss eine neue Ethik für KI entwickelt werden, da diese ebenfalls Leben darstellen. Durch moderne Technik ist es heute zudem möglich, ganze menschliche Gliedmaßen und Organe zu ersetzen. Dieser Fortschritt ist zu begrüßen, sofern sein Nutzen allen zu Gute kommt. Den Menschen zu modifizieren bzw. ihn durch Verbindung mit Technik zu verbessern ist positiv und ein guter Weg, wenn diese Modifizierungen und Verbesserungen auf freiwilliger Basis geschehen. Cyborgs sollten in Zukunft daher zum Alltag gehören.

LaVey, Frater Eremor, Crowley – Wie der Satanismus im Anarchismus wirkt

Satanismus versucht, den Menschen von einschränkenden Dogmen zu befreien und ihm Erkenntnis zu vermitteln. Satanismus missioniert nicht, jeder muss diesen Weg selbst finden und beschreiten. Einen satanischen Staat kann es nicht geben, wie bereits Frater Eremor festgestellt hat. Dennoch ist das Ziel von Satanismus und Anarchismus dasselbe – die Freiheit. Satanismus bedeuted, selbst zu denken und sein Leben der Erkenntnis zu widmen, sowie offen mit Sexualität umzugehen. Satanismus lehrt uns, Entscheidungen und Handlungen anderer zu respektieren. LaVey weist zudem daruf hin, dass ein Satanist alles hinterfragt und keine Norm einfach so hinnimmt. Crowley fordert auf, den eigenen wahren Willen zu erkennen. Seiner Auffassung nach kann ein wahrer Wille niemals im Gegensatz zu einem anderen wahren Willen stehen. Dieser wahre Wille kann mit Tao gleichgesetzt werden.

Kant und Tao – Vernunft ist natürlich

Kant´s Ethik und Taoismus sind nicht so unterschiedlich, wie es den Anschein hat. Taoismus meint, dass jeder Mensch von Natur aus weiß, was richtig ist; das Tao leitet ihn. Gesellschaftliche Normen und Gesetze verderben allerdings den Menschen (parallelen zu Nietzsche und Stirner), er erkennt das Tao nicht mehr. Kant wiederum meint, dass die Vernunft den Menschen auszeichnet, dass wir aus Pflicht handeln sollen – dies ist der kategorische Imperativ. Der KI besagt, dass jeder stets so handeln solle, dass daraus ein für alle verbindliches, allgemeines Gesetz festgelegt werden kann. Kant war der Meinung, dass jeder Mensch diesen kategorischen Imperativ erkennen kann – der KI kann in gewisser Weise als Tao betrachtet werden. Jeder Mensch weiß von Natur aus, was gut und was schlecht ist; lediglich von anderen vorgeschriebene Gesetze verhindern, dass wir den KI erkennen können. Deshalb müssen allgemeine Gesetze hinterfragt und dekonstruiert werden – hier kommen Nietzsche und Stirner ins Spiel.

Nietzsches „Übermensch – Stirners „Eigner“

Nietzsche und Stirner ähneln sich in ihrer Philosophie. Bei beiden geht es darum, jede Norm und jedes Gesetz zu hinterfragen und nichts als Gegeben hinzunehmen (wie es auch der Satanismus nach LaVey fordert). Nietsches „Übermensch“ ist jemand, der sich selbst liebt, schöpferisch ist und keinen Herrscher hat. Stirner vertritt die Meinung, dass die Menschen sich nicht selbst gehören – erst waren sie Eigentum der Religion, nun sind sie Eigentum des moderenen Staats. Ein „Eigner“ ist nun jemand, der sich von seinen Fesseln befreit hat und nur sich selbst gehört – ein „Eigner“ betrachtet die gesamte Welt als sein Eigentum. Dies fordert auch der Anarchismus: die Freiheit aller Menschen, es darf keine Herrscher geben.

Rawls und Gerechtigkeit – die Ärmsten zählen

Rawls beschreibt einen Art Schleier der Unwissenheit: Jeder Mensch solle sich vorstellen, er wüsste nicht, in welchen ökonomischen, gesundheitlichen etc. Verhältnissen er geboren wird. Niemand weiß, ob er gesund oder krank, arm oder reich geboren wird. Aus diesem Zustand heraus soll nun eine Ethik entwickelt werden. Dies beinhaltet eine faire Chancengleichheit – dies bedeuted, dass nicht nur alle die selben Chancen haben müssen, sondern auch, dass Bedürftige speziell unterstützt werden müssen, damit sie diese Chancen auch wahrnehmen kann. Gerechtigkeit muss sich an den Ärmsten orientieren, erst dann ist eine globale Gerechtigkeit möglich. Kropotkin fordert mit seiner Umverteilung nichts anderes.

Der anarchistische Staat und der Weg dorthin

Ein Staat, der auf all diesen Prinzipien basiert, ist für mich ein anarchistischer Staat. Denn ein Staat ist in meinen Augen nichts anderes als eine Gemeinschaft, die sich entschlossen hat, zusammenzuleben. Ein anarchistischer Staat basiert somit auf der Herrschaftslosigkeit, dem Anarchismus. Um zu funktionieren müssen aber eben jene vorher genannten Prinzipien erfüllt sein. Wie der Satanismus darf auch dieser neue Anarchismus (Postanarchismus) nicht missionarisch sein. Menschen müssen zwar über den Postanarchismus informiert und aufgeklärt werden, aber jeder muss diesen Weg selbst finden. Ein solcher Postanarchismus darf auch nicht mit Gewalt erreicht werden – aus gewaltsamen Revolutionen ist noch nie etwas gutes entstanden. Pazifismus ist zum Erreichen des Postanarchismus, des anarchistischen Staates, daher unabdingbar.